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Kiefernholt an’n Rand vun de ole Heid, dorvör en groten Findling un en Sandweg

Moor und Findling

Augustendorf

Ein Moordorf, das sich seinen Namen selbst ausgesucht hat – und der Findling mitten darin gab dem Dorfhaus den seinen.

211 Inwahnerinnen un Inwahners, Stand 31.12.2025

Ut de Geschicht

Am 14. Mai 1816 baten fünf Heuerleute aus Grönheim und Peheim die herzogliche Kammer in Oldenburg um Land in der Heide am Langen Berg. Zwei weitere schlossen sich an. Heuerleute hatten keinen eigenen Hof; sie bewirtschafteten fremdes Land gegen Abgaben. Die Markhauser Bauern legten sofort Einspruch ein, sie fürchteten um ihre Schafweide.Born 1

Die Ansiedlung

Fünf Heuerleute bitten um Land in der Heide, und binnen eines halben Jahres entsteht aus einem Antrag ein Dorf mit Namen.

  1. Heuerleute bitten um Land in der Heide

    Am 14. Mai 1816 baten fünf Heuerleute aus Grönheim und Peheim die herzogliche Kammer in Oldenburg, sich in der Heide am Langen Berg ansiedeln zu dürfen. Zwei weitere schlossen sich an. Die Markhauser Bauern legten sofort Einspruch ein, weil sie um ihre Schafweide fürchteten.Born 1

  2. Vorläufige Einweisung am Grieser Stein

    Am 27. Juli 1816 wurden die Siedler vorläufig in ihr Land eingewiesen, in Gegenwart der Bauernvögte der angrenzenden Dörfer. Die Ackerstücke wurden verlost. Dazwischen lief ein Weg von Norden nach Süden, den die Einwohner bis heute „de ole Sträke“ nennen; die Häuser sollten an seiner Westseite stehen.Born 1

  3. Streit am Stein

    Im Oktober 1816 bereiste eine Deputation der herzoglichen Kammer die Gegend und besichtigte das Heidefeld am alten Heerweg. Die Markhauser beharrten darauf, das Gelände für ihren Torfstich zu brauchen. Eine Einigung kam nicht zustande – entschieden hat später die Kammer.Born 2

    Handschriftliches Schreiben des Amtes Cloppenburg vom 16. September 1816 an das Amt Friesoythe über den Einweisungstermin.
    1816Das Amt Cloppenburg teilt dem Amt Friesoythe den Einweisungstermin mit.Schreiben des Amtes Cloppenburg, 16.09.1816; abgebildet in „200 Jahre Ortschaft Augustendorf“, S. 31
  4. Der Ort bekommt seinen Namen

    Die herzogliche Kammer entschied den Streit um die Ansiedlung für die Siedler. Den Namen hatten sie sich selbst erbeten, nach dem Erbprinzen Paul Friedrich August von Oldenburg – laut Chronik „mit diplomatischer Schlauheit“. Kirchlich wollten sie zu Markhausen gehören; bis die Grenzen geregelt waren, sollten sie sich an Molbergen halten.Born 3

  5. Endgültige Einweisung im Amt Cloppenburg

    Am 20. November 1816 wurden die Siedler endgültig eingewiesen, durch den Amtmann Schmedes im Amt Cloppenburg. Die amtlichen Kosten von 30 Reichstalern übernahm das Amt.Born 3

  6. Ein Schmied kommt ins Dorf

    Der Schmied Johann Hinrich Bregen aus Molbergen bekam ein Stück Land in der neuen Siedlung. Für die Siedler war das ein großer Gewinn.Born 3

De hele Geschicht vun AugustendorfAll 26 Begeevnisse, 3 wietere Kapitels

De hele Chronik vun't Kaspel

Wat dat hier gifft

Grieser Stein

Ein großer Findling, wie ihn die Gletscher der Saale-Eiszeit in diese Gegend gebracht haben, von rund 25 Tonnen – und trotzdem nur der Rest eines viel größeren Steins. Die Siedler haben sich über Jahrzehnte Stücke für ihre Hausfundamente abgesprengt, zuletzt ein Sprengmeister aus Ellerbrock; Bohrlöcher und zwei Eisenkeile sind noch zu sehen. An diesem Stein wurden 1816 die ersten Siedler eingewiesen, der Überlieferung nach klopfte man dabei auf den Stein, daher auch „Klopfstein“. 1966 wurde er rund 800 Meter zum Schulplatz versetzt. Ältere Texte nennen ihn ein Hünengrab; beschrieben wird aber ein einzelner Findling. Nach ihm ist auch das 2025 eröffnete Dorfgemeinschaftshaus „Huus an’n Griesen Stein“ benannt.Born 4Born 5Born 6

Der Grieser Stein auf seinem Sockel mit der Inschrift „1816–1966 Augustendorf“, dahinter Bäume.
Foto aus „200 Jahre Ortschaft Augustendorf“, S. 34

Vom Plaggenhaus zum Hof

Die ersten Siedler wohnten in Erdhütten aus Holz und Heideplaggen, der Überlieferung nach sollte abends schon der Schornstein rauchen. Darauf folgten Fachwerkhäuser aus Holz und Lehm, später mit Ziegeln ausgefacht. Das erste ganz gemauerte Haus im Dorf baute 1928 die Familie Hespe.Born 7

Altes Schwarz-Weiß-Foto einer Klutenhütte, deren Plaggendach fast bis zum Boden reicht.
Foto aus „200 Jahre Ortschaft Augustendorf“, S. 16

Das Walddorf

Rund um Augustendorf lag bis ins 19. Jahrhundert offene Heide mit Schafherden und Sandwehen. Ab etwa 1880 forstete der Staat auf. Wer auf dem Acker wenig Erfolg hatte, fand im Wald Arbeit – und viele im Dorf arbeiteten noch Jahrzehnte später dort.Born 8

Die Sage von Frau Bruns

Im Dorf erzählt man, eine Frau Bruns aus Peheim sei zu Fuß nach Oldenburg gegangen und habe den Landesherrn persönlich um Land in der Heide gebeten. Er habe ihr so viel versprochen, wie sie in zwei Jahren mit einem Wall umgeben könne. Das ist Überlieferung: Belegt ist, dass fünf Heuerleute den Antrag schriftlich stellten.Born 1

Erst Molbergen, dann Markhausen

Augustendorf gehörte anfangs zum Kirchspiel Molbergen. 1824 kam die Kolonie politisch zu Markhausen, 1825 folgte die kirchliche Trennung. 1834 gab es eine Nebenschule, 1841 eine eigene Schulacht. 1895 zählte der Ort 102 Einwohner in 22 Haushaltungen, im Winter 1897 gingen 14 Kinder zur Schule.Born 9

Vereene un Gruppen

Vereene, de hier to Huus sünd or sik hier mööt.

Wodennig Augustendorf wählt hett

Wodennig Augustendorf wählt hett

De mehrsten Stimmen
Jürgen HespeSPD · 206 Stimmen · 60,1 %
Stärkste List
CDU18,1 %

All Tahlen to de Wahl an’n 13. September 2026

Öörd in't Dörp

All Öörd vun dit Dörp op de Koort.

  • Grieser SteinEin großer Findling, wie ihn die Gletscher der Saale-Eiszeit in diese Gegend gebracht haben, von rund 25 Tonnen – und trotzdem nur der Rest eines viel größeren Steins, von dem sich die Siedler Stücke für ihre Hausfundamente abgesprengt haben. An ihm wurden 1816 die ersten Augustendorfer in ihr Land eingewiesen; 1966 wurde er rund 800 Meter zum Schulplatz versetzt. Nach ihm ist auch das 2025 eröffnete Dorfgemeinschaftshaus „Huus an’n Griesen Stein“ benannt.
  • Huus an’n Griesen SteinDas Dorfhaus von Augustendorf an der Dorfstraße, benannt nach dem Findling nebenan. Der Neubau wurde im Mai 2025 eingeweiht; rechts neben dem Eingang hängt ein Defibrillator.
  • Defibrillator

    Huus an’n Griesen SteinDorfstraße 21 b, 26169 Friesoythe · Rechts neben dem Eingang.In'n Nootfall toeerst 112 anropen, denn dat Gerät halen.Route opmaken

Op de Koort

De Utsnitt wiest Augustendorf. De grote Koort wiest dorto Wegen, Natur un de Öörd vun de Naverschap.

Grieser Stein · Huus an’n Griesen Stein11 kmNIn de grote Koort opmaken

Afhooltermine

Wähl dien Straat in Augustendorf, de Browser markt se sik.

Woneem de Angaven herkaamt (9)

Allens op disse Siet, wat Geschicht oder Tahlen angeiht, steiht hier mit sien Born.

  1. Ortsverein Augustendorf e. V. (Hrsg.): „200 Jahre Ortschaft Augustendorf 1816–2016“, S. 11 (Beitrag Hans Varnhorst) Torüch na de Stell in'n Text
  2. „200 Jahre Ortschaft Augustendorf“, S. 11 und 31 (Beitrag Hans Varnhorst) Torüch na de Stell in'n Text
  3. „200 Jahre Ortschaft Augustendorf“, S. 12 (Beitrag Hans Varnhorst) Torüch na de Stell in'n Text
  4. „200 Jahre Ortschaft Augustendorf“, S. 9, 11 und 32–33 (Beiträge Hans Varnhorst und Alfons Geising) Torüch na de Stell in'n Text
  5. NWZ, Artikel vom 13.05.2025 Torüch na de Stell in'n Text
  6. Kleefeld, Josef; Bögershausen, Benno; Bögershausen, Norbert (Red.): „75 Jahre Kolonie Ellerbrock 1911–1986. Geschichtlicher Rückblick, Dorfchronik und Familiengeschichte“ („Dorfbuch Ellerbrock“), Pfingsten 1986, S. 15 (Beitrag Toni Bösterling) Torüch na de Stell in'n Text
  7. „200 Jahre Ortschaft Augustendorf“, S. 12 und 16–18 Torüch na de Stell in'n Text
  8. „200 Jahre Ortschaft Augustendorf“, S. 9, 15 und 19 (Beitrag Hans Varnhorst) Torüch na de Stell in'n Text
  9. Willoh, Karl (Hrsg.): Geschichte der katholischen Pfarreien im Herzogtum Oldenburg, Bd. 5: Die Pfarren Garrel, Lastrup, Lindern, Löningen, Markhausen, Molbergen, Neuscharrel, Ramsloh, Scharrel, Strücklingen, Köln: J. P. Bachem, [1898], S. 305 und 337–338 Torüch na de Stell in'n Text

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Stadt, Landkreis un Regioon

Markhusen is en Ortschop vun de Stadt Friesoythe in'n Landkreis Cloppenburg, midden in'n Ollnborger Münsterland. Karklich höört dat Kaspel siet 2008 to de Pfarrei St. Marien Friesoythe.