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Novemberdaag 1936

De Kruuzkampf

An’n 4. November 1936 schullen de Kruzen ut de Scholen verswinnen. Dree Weken later weer de Verfögung torüchnahmen. Dortwischen liggt dree Breven ut Markhusen.

Grundschule am Markatal: langer Klinkerbau mit Ziegeldach, daneben ein flacher Anbau mit Wandbild, Rasen und junge Bäume davor

Wat passeert is

Julius Pauly, ollenborgsche Minister för Karken un Scholen, verfög an’n 4. November 1936, religiöse Tekens ut all apenboren Gebäud wegtonehmen – Kruzen as ok Lutherbiller. Bet to’n 15. Dezember schull dat daan wesen. För de Volksscholen in’t Amt Cloppenburg ornte Amtshauptmann August Münzebrock an, de Kruzen „unopfällig“ aftonehmen.

De Wedderspraak keem gau. An’n 15. November wörr in all Karken vun’t Ollenborger Land en Verkloren vun’n Bischöflichen Offizial Franz Vorwerk vörlesen. Dat geev Ingaven an den Minister, Predigten, Versammlungen.

An’n 25. November keem Gauleiter Carl Röver in de Münsterlandhall na Cloppenburg. De Hall weer vull, buten stünnen noch mehr Lüüd an Lutsprekers. Ut’n Saal keem de Roop „Zur Sache, zur Sache, das Kreuz!“. Röver leet toeerst de SA opmarscheren un geev denn na: De Kruzen bleven in de Scholen.

Dat bleev nich ahne Folgen. Vun Januar 1937 an worrn tominnst twalv Mannslüüd fastnahmen; twee dorvun kemen in’t Konzentrationslager Sachsenhausen.

Dree Breven ut Markhusen

Twüschen den 21. un den 24. November 1936 schreven dree Markhuser Vadders an Lehrer Pölking. All dree beropen sik op de sülve Verfögung, all dree seggten de sülve Folge an, un all dree beden dorüm, ehr Schrieven wiedertoreken.

  1. Hermann Greten

    Vadder vun twee Jungs

    Handschreven Breef vun Hermann Greten an Lehrer Pölking vun'n 21. November 1936, in düütsche Kurrentschrift op linneert Papeer.Breef grötter maken
    Heimatvereen vun't Kaspel Markhusen e. V.

    Wortlaut

    Herrn
    Lehrer Pölking,
    […]führer des „Jungvolks“

    Durch die Verfügung vom 4. Nov. 1936, wonach die Kreuze aus den Schulen entfernt werden sollen, sehe ich mich veranlasst, Ihnen mitzuteilen, dass meine Jungens […] u. […] die Zugehörigkeit zum „Jungvolk“ aufgeben werden, falls die Verfügung bestehen bleibt.

    Die kath. Eltern fordern kath. Schulen, wie uns versprochen wurde.

    Markhausen d. 21. Nov. 1936

    Mit deutschem Gruß
    H. Greten

  2. Wilhelm Abeln

    Buur, Vadder vun söven Kinner

    Handschreven Breef vun Wilhelm Abeln an Lehrer Pölking vun'n 22. November 1936, in latiensche Schriefschrift op linneert Papeer.Breef grötter maken
    Heimatvereen vun't Kaspel Markhusen e. V.

    Wortlaut

    Markhausen, d. 22/11 1936

    Herrn Lehrer Pölking!

    Nach Verfügung des Ministers für Kirchen und Schulen von 4/11 1936 soll vom 15/12 1936 das Kreuz aus allen Schulen entfernt werden. Als katholischer Familienvater von 7 Kindern kann ich hierzu nicht schweigen, sondern erhebe hiergegen schärfsten Protest. Sollte trotz und alledem diese Verfügung am 15/12 durchgeführt werden, so sehe ich mich gezwungen meinen Sohn aus dem deutschen Jungvolk heraus zu nehmen.

    Vorstehende Erklärung bitte ich an die nächst höhere Stelle weiter zu geben.

    Heil Hitler
    Wilh. Abeln
    Bauer

  3. Heinrich Flatken

    Vadder vun een Jung

    Handschreven Breef vun Heinrich Flatken an Lehrer Pölking vun'n 24. November 1936, in düütsche Kurrentschrift op kareert Papeer.Breef grötter maken
    Heimatvereen vun't Kaspel Markhusen e. V.

    Wortlaut

    Markhausen d. 24/11 1936

    Sehr geehrter Herr Lehrer Pölking!

    Wie ich gehört habe, ist am 4. Nov. d. Mts. eine Verfügung vom Ministerium herausgegeben dass am 15. Dez. d. J. das Kreuz aus der Schule entfernt werden soll. Hierzu darf ich als katholischer Vater nicht stillschweigend hinweg gehen. Falls diese Verfügung durchgeführt wird, so nehme ich meinen Sohn […] von dem Tage an aus dem Jungvolk heraus. Auch werde ich mich von jeder Betätigung, wie W. H. W. u. s. w. zurück ziehen.

    Bitte dieses Schreiben an die nächste Behörde weiter leiten zu wollen.

    Mit deutschem Gruß
    Heinrich Flatken

    W. H. W. steiht för Winterhilfswerk, de Spendensammlung vun de NSDAP.

Wat dorvun Markhusen is

An’n 21., 22. un 24. November 1936 schreven Hermann Greten, Wilhelm Abeln un Heinrich Flatken an Lehrer Pölking – in de Week twischen de Kanzelverkloren vun’n 15. November un de Versammlung in Cloppenburg an’n 25. November.

Wokeen mehr över disse Daag in Markhusen weet, kann uns dat schrieven.

Stadt, Landkreis un Regioon

Markhusen is en Ortschop vun de Stadt Friesoythe in'n Landkreis Cloppenburg, midden in'n Ollnborger Münsterland. Karklich höört dat Kaspel siet 2008 to de Pfarrei St. Marien Friesoythe.