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Markhausen

De hele Geschicht vun Markhausen

All 41 belegten Begevenheiten för Markhausen – de öllsten toeerst, jede mit ehr Born.

Ut de Geschicht

Häuser an der Marka

Der Name heißt wahrscheinlich „Häuser an der Marka“. Der Ort war lange kein geschlossenes Dorf, sondern eine lockere Reihe von Höfen am Fluss. Eine andere Deutung liest „Haus des Markus“, ähnlich wie Grönheim als „Haus des Gronus“; die erste gilt als wahrscheinlicher.Born 1

Wann die Höfe entstanden, sagt keine Quelle. Das Großsteingrab Bischofsbrück, Urnenfunde am Hof Luker und Flurnamen wie „Hoher Stein“ zeigen, dass hier früh Menschen lebten; genauer datiert werden die Funde nicht.Born 2

Eine Kirche, die in den Urkunden fehlt

Das Ellerbrocker Dorfbuch nennt Markhausen 1320 als Tochterkirche von Molbergen. Vermutlich war es damals eher eine Kapelle; 1613 ist noch von einer „capella in Marchusen“ die Rede. In der Urkunde von 1400, mit der der Graf von Tecklenburg die Kirchspiele des alten Amtes Cloppenburg an Münster abtrat, fehlt Markhausen, und in älteren Verzeichnissen ebenfalls.Born 3Born 4

Wann Markhausen eine selbständige Pfarrei wurde, geben die Quellen unterschiedlich an: Die Festschrift des Heimatvereins nennt 1456 bis 1458, an anderer Stelle 1477 bis 1487; das Offizialatsarchiv Vechta nennt das 15. Jahrhundert. Vorher betreute Molbergen den Ort.Born 5Born 6

Fünfundsiebzig Jahre ohne Pfarrer

1622 floh Pastor Joachim Meier aus Markhausen und nahm einen Kelch mit. Danach wohnte rund 75 Jahre lang kein Geistlicher mehr im Ort; die Gemeinde wurde von Molbergen aus versorgt, zeitweise von Friesoythe. Was die Visitatoren des Bischofs 1651 fanden, steht im Protokoll: undichtes Dach, schadhafte Fenster und Türen, kein Beinhaus, ein Altar, der nicht geweiht werden konnte. Selbst den Patron der Kirche kannte niemand mehr. Sie ordneten an, Kirche, Pfarrhaus und Küsterhaus wiederherzustellen und ein Kirchenbuch anzulegen. Zwei Glocken kamen kurz darauf, eine von 1653, eine von 1655.Born 7

Wie arm das Kirchspiel war, zeigt ein Vorgang vom 7. September 1685: Sieben Markhauser traten vor dem Cloppenburger Richter für sich und ihre Kirchspielgenossen auf. Sie schuldeten dem Gutsherrn von Ellerbrok Geld für vorgestreckten Magazinroggen – aus 18 Talern waren mit Zinsen 20 geworden. Für die Zahlung verpfändeten sie ihr gesamtes Hab und Gut.Born 8

Geholfen hat dann das Gut selbst. 1690 schenkte die Witwe des verstorbenen Drosten Grothaus der Kirche 100 Taler und übergab dazu die Schuldurkunde über 20 Taler. Damit wurde das Pfarrhaus notdürftig repariert, die Kirche bekam Messgeräte. Am 2. April 1697 zog wieder ein eigener Pfarrer ein, Tobias Hermann Brümmer. 1702 wurde Wolter Wilhelm von Hövel von Ellerbrok aus in der Markhauser Kirche bestattet; die Kirche erhielt dafür 8 Reichstaler und einen Ornat für das Muttergottesbild.Born 9Born 10

Was im Dorf gebaut wurde

1674 bekam Markhausen seine erste Schule. Das alte Pfarrhaus war kaum noch bewohnbar; 1748 wurde ein Neubau angeordnet, 1749 stand das neue Haus. Pastor von Cappeln trug einen großen Teil der Kosten selbst.Born 11Born 12

1762 baute Vogt G. Dumstorf nach langen Verhandlungen eine Mühle – vorher musste das Korn nach Neumühlen bei Cloppenburg. Später brachten auch Bauern aus dem Hümmling ihr Korn über die Platenbrücke zur Mühle auf dem Mühlenberg.Born 13

Die Kirche war um 1790 lebensgefährlich baufällig. Ab 1791 wurde in Vechta, Cloppenburg und Meppen gesammelt; statt einer Reparatur entschied man sich für einen Neubau. Unter Pfarrer Balduin Dreesmann entstand um 1800 eine größere Kirche; er gilt als Begründer der Pfarrkirche.Born 14

Vom Acker allein ging es nicht

Lohnend war fast nur der Roggen. Viele Bauern im Amt Cloppenburg verdienten deshalb mit Lohnfuhren dazu und waren mit ihren mageren Pferden Tag und Nacht auf dem Weg von und nach Ellerbrok. Ein Landmann aus der Gegend von Vechta erzählte 1898, er sei vor fünfzig Jahren jede Woche dorthin gefahren, oft habe noch ein zweites Gespann mitgemusst.Born 15

Bei der Zählung vom 1. Juli 1837 lebten im Kirchspiel 641 Menschen, 368 davon in Markhausen – mehr als in den drei anderen Orten zusammen. Ab etwa 1880 forstete der Staat seine Flächen auf; so entstanden Langer Berg, Barenberg, Kaufwald, Horstberg und Herrensand, zusammen rund 2.000 Hektar.Born 16Born 17

Der Markt, aus dem die Kirmes wurde

Seit 1818 gibt es im Ort einen Markt, mit dem ein weithin bekanntes Volksfest verbunden war. Daraus ist die Kirmes geworden, die „Markhüser Bisseken“: montags Viehmarkt mit Freibieranstich, Höhepunkt die amerikanische Versteigerung eines Schafbocks. Seit der Gebietsreform 1974 ist die Stadt Friesoythe Veranstalterin. Zwischenzeitlich war das Fest fast eingeschlafen – es kamen kaum noch Schausteller, und die Besucher wurden jedes Jahr weniger. 1993 belebte Ortsvorsteher Johannes Timme es neu, unter dem Motto „Man geht wieder hin“.Born 18Born 19

Wachsen

Die heutige Kirche St. Johannes Baptist wurde in zwei Abschnitten gebaut: 1921 Querschiff und Altarraum, 1937 das Hauptschiff, nachdem die alte Kirche abgerissen war.Born 20Born 14

Am 1. Oktober 1935 wurde die neue zweiklassige Volksschule eingeweiht. Im November 1943 fielen Bomben auf Markhausen; einige Trichter waren beim Erscheinen der Festschrift noch im Kaufwald zu sehen. Am 27. Februar 1953 wurde das Wappen der Gemeinde genehmigt: eine gebogene rote Hirschstange unter einem blauen Wellenbalken.Born 20Born 21

Nach dem Krieg entstanden Schritt für Schritt neue Siedlungen – Schleefeld (1948/49), Mühlenberg (ab 1962), Blumensiedlung (1974), Am Rugeloh (1983), Beerensiedlung (1997/98), Zu den Kreuzbreden (2002/03) und Wulleberg (um 2007). 1968 wurde die Schule achtklassig ausgebaut, dazu kam ein Kindergarten. Am 9. August 1971 wurde die Friedhofskapelle eingeweiht.Born 22

Zum 1. März 1974 wurde die Gemeinde Markhausen Teil der Stadt Friesoythe. Das Kirchspiel blieb, die politische Gemeinde endete. Am 21. Juni 1976 begann das Flurbereinigungsverfahren Markhausen: rund 2.700 Hektar mit über hundert Betrieben. Wege, Gräben und Flächen wurden neu geordnet, die Marka ausgebaut. Gerade aus Ellerbrock kamen anfangs Bedenken.Born 23Born 24

Was der Heimatverein wiederhergestellt hat

Am 4. Januar 1985 gründeten rund 50 Leute im Saal Sürken-Ellerkamp den Heimatverein des Kirchspiels Markhausen. Bald zeigte sich, dass jeder Ortsteil seinen eigenen wollte – so entstanden vier. Von 1986 bis 1990 pflanzte Förster Hermann Meyer-Ohlendorf mit Schulkindern in drei Abschnitten einen Wald bei der Platenbrücke. Von der alten Platenbrücke über die Marka war nur ein Rest übrig; nach jahrelangem Hin und Her mit den Ämtern stand 1991 ein neuer Übergang.Born 25Born 26

Die Hofscheune der Familie Gehlenborg an der Wegegabelung Zum Eleonorenwald/Markaweg entstand kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg: Ständerfachwerk mit Walmdach aus Eichenholz, Wände aus Weidengeflecht und Lehm, Reetdach. Als Baujahr gilt 1651 nach einer Balkeninschrift; ein 1991 gefundener Balken trägt die Zahl 1652. Sie gilt als ältestes erhaltenes weltliches Gebäude im Nordkreis Cloppenburg. Ein Abriss stand schon im Raum, erst dann wurde der Wert des Fachwerks erkannt. Der Heimatverein sanierte sie 1994–95 mit viel Eigenarbeit und Zuschüssen; die Latten fürs Dach schlugen Vorstandsmitglieder selbst im Horstberg. Am 24. Juni 1995 wurde sie eingeweiht und als Ausstellungsort zur Dorfgeschichte eröffnet. Die Angaben zum Aufwand schwanken: Die Kostenaufstellung nennt 445 Arbeitsstunden und 148.678 DM, der Zeitungsbericht über 700 Stunden und 140.000 Mark.Born 27

Die Pfarrei und das Dorf heute

Am 2. Februar 2008 ging die Pfarrei St. Johannes Baptist in der Kirchengemeinde St. Marien Friesoythe auf.Born 6

Heute leben 1.513 Menschen in Markhausen, zwei Drittel der Ortschaft. Die Kirche, die Grundschule am Markatal und die Häuser der Vereine stehen hier.Born 28Born 21

Die Kirche im Moor

Eine Kapelle am Rand des Kirchspiels Molbergen, jahrhundertelang zu arm für einen eigenen Priester. Erst eine Schenkung vom Gut Ellerbrock bringt ihn zurück.

  1. Tochterkirche von Molbergen

    Das Ellerbrocker Dorfbuch nennt Markhausen 1320 als Tochterkirche von Molbergen. Vermutlich war es damals eher eine Kapelle – 1613 ist noch von einer „capella in Marchusen“ die Rede. Der Kirchenhistoriker Karl Willoh fand 1898 keine mittelalterliche Nachricht über Markhausen; in einer Urkunde von 1400, die die Kirchspiele des Amtes Cloppenburg aufzählt, fehlt es. Er warnt aber davor, daraus zu schließen, dass es die Pfarre damals nicht gab.Born 3Born 29

  2. Nicht in der Liste

    1400 trat der Graf von Tecklenburg die Kirchspiele des alten Amtes Cloppenburg an Münster ab. In der Urkunde taucht Markhausen nicht auf, auch in älteren Verzeichnissen fehlt es. Willoh hält das für keinen Beweis: Auch Pfarren, die es nachweislich gab, fehlen dort.Born 30

  3. Eine eigene Pfarrei

    Wann Markhausen eine selbständige Pfarrei wurde, geben die Quellen unterschiedlich an: Die Festschrift des Heimatvereins nennt 1456 bis 1458, an anderer Stelle 1477 bis 1487; das Offizialatsarchiv Vechta nennt das 15. Jahrhundert. Vorher betreute Molbergen den Ort.Born 31Born 6

  4. 1473 ist nicht belegt

    Die Jahreszahl 1473 galt früher als erste urkundliche Erwähnung Markhausens. In den Ortschroniken, die das Kirchspiel behandeln, findet sich dafür kein Beleg: Keine von ihnen bezieht die Jahreszahl auf Markhausen.Born 32Born 33Born 34

Krieg und Vakanz

1622 floh der Pastor, und 75 Jahre lang wohnte keiner mehr im Ort. Zwischen Flucht, Rückkehr und einer Kirche, die kaum noch stand, richtete sich das Dorf neu ein – 1697 zog wieder ein Pfarrer ins Pfarrhaus.

  1. Der Pastor flieht

    Im Dreißigjährigen Krieg floh Pastor Joachim Meier 1622 aus Markhausen und nahm einen Kelch der Kirche mit. Danach wohnte rund 75 Jahre lang kein Pfarrer mehr im Ort; die Gemeinde wurde von Molbergen, zeitweise von Friesoythe aus versorgt.Born 35

  2. Die Gehlenborg’sche Scheune entsteht

    Kurz nach dem Dreißigjährigen Krieg baute die Familie Gehlenborg ihre Hofscheune. Für 1651 spricht eine Balkeninschrift; ein 1991 gefundener Balken trägt die Zahl 1652. Sie gilt als ältestes erhaltenes weltliches Gebäude im Nordkreis Cloppenburg.Born 36

    Das freigelegte Ständerfachwerk der Scheune mit neuer Dachlattung während der Sanierung 1994.
    Foto aus Heimatverein des Kirchspiels Markhausen e. V. (Hrsg.): Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum, S. 58
  3. Eine Kirche, die kaum noch steht

    Die Visitatoren des Bischofs fanden 1651 eine verfallene Kirche: undichtes Dach, schadhafte Fenster und Türen, kein Beinhaus, ein Altar, der nicht geweiht werden konnte. Selbst den Patron der Kirche kannte niemand mehr. Sie ordneten an, Kirche, Pfarrhaus und Küsterhaus wiederherzustellen und ein Kirchenbuch anzulegen.Born 37

  4. Zwei neue Glocken

    Nach dem Krieg bekam die Kirche zwei Glocken, die eine von 1653, die andere von 1655.Born 38

  5. Die erste Dorfschule

    Markhausen bekam 1674 seine erste Schule.Born 39

  6. Schulden beim Gutsherrn

    Am 7. September 1685 traten sieben Markhauser vor dem Cloppenburger Richter für sich und ihre Kirchspielgenossen auf. Sie schuldeten dem Gutsherrn von Ellerbrok Geld für vorgestreckten Magazinroggen – aus 18 Talern waren mit Zinsen 20 geworden. Für die Zahlung verpfändeten sie ihr gesamtes Hab und Gut.Born 8

  7. Hundert Taler vom Gut

    Die Witwe des verstorbenen Drosten Grothaus schenkte der Kirche zu Markhausen 100 Taler und übergab dazu eine Schuldurkunde über 20 Taler, die Markhauser dem Gut schuldeten. Damit wurde das Pfarrhaus notdürftig repariert, die Kirche bekam Messgeräte. Sieben Jahre später hatte der Ort wieder einen eigenen Priester.Born 40

  8. Wieder ein eigener Pfarrer

    Nach Jahrzehnten, in denen der Pastor aus Molbergen mitkam, bekam Markhausen am 2. April 1697 einen eigenen Pfarrer. Eine Schenkung der Witwe von Grodthaus vom Gut Ellerbrock hatte vorher geholfen, Pfarrhaus und Kirche notdürftig herzurichten. Seit der Flucht des Pastors 1622 hatte rund 75 Jahre lang kein Geistlicher mehr dauerhaft im Pfarrhaus gewohnt; erster wieder ortsansässiger Pfarrer war Tobias Hermann Brümmer.Born 41Born 42

Kirche und Karte

Um 1800 entsteht ein größerer Bau, und ein halbes Jahrhundert später steht die Gegend zum ersten Mal genau vermessen auf dem Papier.

  1. Ein Adeliger aus Ellerbrok

    Wolter Wilhelm von Hövel wurde 1702 von Ellerbrok aus in der Markhauser Kirche bestattet. Die Kirche erhielt dafür 8 Reichstaler und einen Ornat für das Muttergottesbild.Born 10

  2. Ein neues Pfarrhaus

    Das alte Pfarrhaus war kaum noch bewohnbar, 1748 wurde ein Neubau angeordnet. 1749 stand das neue Haus; Pastor von Cappeln trug einen großen Teil der Kosten selbst.Born 12

  3. Eine eigene Mühle

    Nach langen Verhandlungen baute Vogt G. Dumstorf eine Mühle – vorher musste das Korn nach Neumühlen bei Cloppenburg. Später brachten auch Bauern aus dem Hümmling ihr Korn über die Platenbrücke zur Mühle auf dem Mühlenberg.Born 13

  4. Eine größere Kirche

    Unter Pfarrer Balduin Dreesmann entstand um 1800 eine größere Kirche. Sie diente bis 1921, dann wurde die heutige gebaut. Weil die alte Kirche lebensgefährlich baufällig war, wurde ab 1791 in Vechta, Cloppenburg und Meppen gesammelt; statt einer Reparatur entschied man sich für einen Neubau. Pastor Balduin Dreesmann gilt als Begründer der Pfarrkirche.Born 43Born 44

    Altes Foto der Markhauser Kirche von 1800: schlichter Saalbau mit spitzem Turm.
    Abbildung aus Kleefeld, Josef; Bögershausen, Benno; Bögershausen, Norbert (Red.): „75 Jahre Kolonie Ellerbrock 1911–1986. Geschichtlicher Rückblick, Dorfchronik und Familiengeschichte“ („Dorfbuch Ellerbrock“), Pfingsten 1986, S. 35
  5. Fuhren bei Tag und Nacht

    Vom Acker allein ließ sich kaum leben – lohnend war fast nur der Roggen. Viele Bauern im Amt Cloppenburg verdienten deshalb mit Lohnfuhren dazu und waren mit ihren mageren Pferden Tag und Nacht auf dem Weg von und nach Ellerbrok. Ein Landmann aus der Gegend von Vechta erzählte 1898, er sei vor fünfzig Jahren jede Woche dorthin gefahren, oft habe noch ein zweites Gespann mitgemusst.Born 15

  6. Die „Markhuser Börse“

    Seit 1818 gibt es in Markhausen einen Markt, mit dem ein weithin bekanntes Volksfest verbunden war – so hielt es Heinrich Schulte 1930 fest. Daraus ist die heutige Kirmes geworden, die „Markhüser Bisseken“.Born 45

  7. Augustendorf kommt zum Kirchspiel

    Die junge Siedlung Augustendorf wurde dem Kirchspiel Markhausen zugeordnet. Die kirchliche Trennung von Molbergen folgte 1825.Born 39Born 16

  8. Wer wo wohnte

    Eine Zählung vom 1. Juli 1837 ergab für das Kirchspiel 641 Menschen: Markhausen 368, Neumarkhausen 122, Augustendorf 93, Ellerbrok 58. Es ist die erste Zählung, die die vier Orte einzeln ausweist.Born 16

  9. Neu-Markhausen auf der Karte

    Die topographische Karte des Herzogtums Oldenburg von 1853 zeigt Markhausen, die junge Siedlung Augustendorf mit ihren schmalen Ackerstreifen und Neu-Markhausen. Im Bittschreiben der Augustendorfer aus demselben Jahr wird ein Schütte aus Neumarkhausen genannt.Born 46

Aus Heide wird Wald

Nach der Teilung der Mark kauft der Staat die Heide auf und forstet sie auf. Was vorher Schafweide war, ist heute Forst.

  1. Aus Heide wird Wald

    Der Staat forstete seine Flächen auf, der Boden wurde dafür mit dem Dampfpflug umgebrochen. So entstanden Langer Berg, Barenberg, Kaufwald, Horstberg und Herrensand, zusammen rund 2.000 Hektar. Der Kaufwald heißt so, weil der Staat dafür Anteile dazugekauft hat.Born 17

    Alte Landkarte von 1909: zwischen Markhausen, Augustendorf und Thüle große aufgeforstete Flächen, dazwischen gerade Parzellen.
    ab 1880Dieselbe Gegend gut fünfzig Jahre später: aufgeforstete Flächen statt Heide.Topographische Karte des Herzogtums Oldenburg, 1909, Ausschnitt; abgebildet in „200 Jahre Ortschaft Augustendorf“, S. 25

So viele Menschen lebten hier

Willoh trug 1898 zusammen, was die Kirchenbücher und Visitationen über die Zahl der Bewohner hergaben. Die Angaben zählen Verschiedenes – Feuerstätten, Familien, Seelen, Kommunikanten – und sind deshalb nur grob vergleichbar.Born 16

1535
20 Feuerstätten
1585
30 Familien
1654
höchstens 56 Kommunikanten
1669
68 Seelen
1708
16 Köttereien im Dorf
1713
180 Seelen
1771
294 Seelen
1837
641 im ganzen Kirchspiel
1863
712
1895
677 in 340 Haushaltungen

Neubau und Wappen

Die heutige Pfarrkirche entsteht in zwei Abschnitten, und die Gemeinde gibt sich ein Zeichen: Hirschstange und Wellenbalken.

  1. Die heutige Kirche entsteht in zwei Abschnitten

    Die Kirche St. Johannes Baptist wurde nicht auf einmal gebaut: 1921 entstanden Querschiff und Altarraum, 1937 wurde die alte Kirche abgerissen und das Hauptschiff errichtet.Born 39Born 43

    Schwarz-Weiß-Foto der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Markhausen mit hohem Turm, davor kahle Bäume.
    Foto aus „Dorfbuch Ellerbrock“, S. 36 (Aufnahmejahr nicht angegeben, vor 1986)
  2. Die neue Volksschule

    Am 1. Oktober 1935 wurde in Markhausen die neue zweiklassige Volksschule eingeweiht.Born 39

  3. Ein Vater kündigt den Austritt aus dem Jungvolk an

    Hermann Greten schrieb am 21. November 1936 an Lehrer Pölking, den er als »[…]führer des ‚Jungvolks‘« ansprach – die Bezeichnung ist auf dem Brief nicht sicher zu lesen. Durch die Verfügung vom 4. November sehe er sich veranlasst mitzuteilen, dass seine beiden Jungen die Zugehörigkeit zum Jungvolk aufgeben werden, falls die Verfügung bestehen bleibe. Er schloss: »Die kath. Eltern fordern kath. Schulen, wie uns versprochen wurde.«Born 47

  4. Schärfster Protest eines Bauern

    Der Bauer Wilhelm Abeln, Vater von sieben Kindern, schrieb am 22. November 1936 an Lehrer Pölking: »Als katholischer Familienvater von 7 Kindern kann ich hierzu nicht schweigen, sondern erhebe hiergegen schärfsten Protest.« Werde die Verfügung am 15. Dezember durchgeführt, sehe er sich gezwungen, seinen Sohn aus dem Jungvolk zu nehmen. Er bat, die Erklärung »an die nächst höhere Stelle weiter zu geben«. Unterschrieben ist der Brief mit »Heil Hitler«.Born 48

  5. Auch das Winterhilfswerk

    Heinrich Flatken schrieb am 24. November 1936 an Lehrer Pölking, er dürfe als katholischer Vater »nicht stillschweigend hinweggehen«. Werde die Verfügung durchgeführt, nehme er seinen Sohn vom selben Tag an aus dem Jungvolk. Darüber hinaus werde er sich »von jeder Betätigung, wie W. H. W. u. s. w.« zurückziehen – gemeint war das Winterhilfswerk, die Spendensammlung der NSDAP. Auch er bat um Weiterleitung an die nächste Behörde.Born 49

  6. Bomben auf Markhausen

    Im November 1943 fielen Bomben auf Markhausen. Einige Trichter waren beim Erscheinen der Festschrift noch im Kaufwald zu sehen.Born 39

  7. Das Dorf wächst

    Nach dem Krieg entstanden Schritt für Schritt neue Siedlungen: Schleefeld (1948/49), Mühlenberg (ab 1962), Blumensiedlung (1974), Am Rugeloh (1983), Beerensiedlung (1997/98), Zu den Kreuzbreden (2002/03) und Wulleberg (um 2007).Born 50

  8. Das Wappen wird genehmigt

    Am 27. Februar wird das Wappen der Gemeinde Markhausen genehmigt: eine gebogene rote Hirschstange unter einem blauen Wellenbalken.Born 21

Bis in die Gegenwart

Die Flurbereinigung ordnet die Flächen neu, und die Pfarrei geht in St. Marien Friesoythe auf. Das Kirchspiel bleibt.

  1. Die Schützenbruderschaft Markhausen

    Auf Einladung von Pfarrer Meyer wurde am 12. August 1962 die Johannes-Schützenbruderschaft Markhausen gegründet. Die Ellerbrocker stellen darin eine eigene Kompanie.Born 51

  2. Schule und Kindergarten

    Die Schule in Markhausen wurde achtklassig ausgebaut, dazu kam ein Kindergarten.Born 52

  3. Die Friedhofskapelle

    Am 9. August 1971 wurde die Friedhofskapelle eingeweiht.Born 52

  4. Die Gemeinde Markhausen kommt zur Stadt Friesoythe

    Zum 1. März wird die bis dahin selbständige Gemeinde Teil der Stadt – zusammen mit Altenoythe, Neuscharrel, Gehlenberg und Neuvrees. Das Kirchspiel bleibt, die politische Gemeinde endet.Born 23

  5. Die Flurbereinigung beginnt

    Am 21. Juni 1976 wurde das Flurbereinigungsverfahren Markhausen eingeleitet – rund 2.700 Hektar mit über hundert Betrieben. Wege, Gräben und Flächen wurden neu geordnet, die Marka ausgebaut. Gerade aus Ellerbrock kamen anfangs Bedenken.Born 24

  6. Der Heimatverein wird gegründet

    Am 4. Januar 1985 gründeten rund 50 Leute im Saal Sürken-Ellerkamp den Heimatverein des Kirchspiels Markhausen, angestoßen von Hans Vogt vom Handels- und Gewerbeverein. Bald zeigte sich, dass jeder Ortsteil seinen eigenen Verein wollte – so entstanden vier Heimatvereine für Augustendorf, Ellerbrock, Markhausen und Neumarkhausen.Born 53

  7. Der Schulwald

    Förster Hermann Meyer-Ohlendorf pflanzte mit Schulkindern in drei Abschnitten einen Wald bei der Platenbrücke.Born 54

  8. Die Platenbrücke kommt zurück

    Von der alten Platenbrücke über die Marka war nur ein Rest übrig. Nach jahrelangem Hin und Her mit den Ämtern stand 1991 ein neuer Übergang.Born 54

  9. Die Kirmes lebt wieder auf

    Die Kirmes war fast eingeschlafen: Es kamen kaum noch Schausteller, und die Besucher wurden jedes Jahr weniger. Ortsvorsteher Johannes Timme belebte sie 1993 neu – unter dem Motto „Man geht wieder hin“.Born 45

  10. Die Scheune ist gerettet

    Die Familie Gehlenborg hatte bereits über einen Abriss nachgedacht, erst dann wurde der Wert des Fachwerks erkannt. Der Heimatverein sanierte die Scheune 1994–95 mit viel Eigenarbeit und Zuschüssen und weihte sie am 24. Juni 1995 ein. Die Angaben zum Aufwand schwanken: Die Kostenaufstellung nennt 445 Arbeitsstunden und 148.678 DM, der Zeitungsbericht über 700 Stunden und 140.000 Mark.Born 55

    Die Scheune vor der Sanierung: verfallenes Reetdach, Backsteinwände, dichter Bewuchs.
    Foto aus „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 54
  11. Die Pfarrei geht in St. Marien Friesoythe auf

    Die Pfarrei St. Johannes Baptist gehört seitdem zur Kirchengemeinde St. Marien Friesoythe.Born 21

Woneem de Angaven herkaamt (55)

Allens op disse Siet, wat Geschicht oder Tahlen angeiht, steiht hier mit sien Born.

  1. Heimatverein des Kirchspiels Markhausen e. V. (Hrsg.): Festschrift zum 25-jährigen Jubiläum, S. 10 (Beitrag Josef Trenkamp) Torüch na de Stell in'n Text
  2. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 12 Torüch na de Stell in'n Text
  3. Kleefeld, Josef; Bögershausen, Benno; Bögershausen, Norbert (Red.): „75 Jahre Kolonie Ellerbrock 1911–1986. Geschichtlicher Rückblick, Dorfchronik und Familiengeschichte“ („Dorfbuch Ellerbrock“), Pfingsten 1986, S. 34 (Beitrag Norbert Bögershausen) Torüch na de Stell in'n Text
  4. Willoh, Karl (Hrsg.): Geschichte der katholischen Pfarreien im Herzogtum Oldenburg, Bd. 5: Die Pfarren Garrel, Lastrup, Lindern, Löningen, Markhausen, Molbergen, Neuscharrel, Ramsloh, Scharrel, Strücklingen, Köln: J. P. Bachem, [1898], S. 296 und 305 – findet keine mittelalterliche Nachricht über den Ort; dass er in den Verzeichnissen fehlt, ist kein Beweis, auch nachweislich bestehende Pfarren fehlen dort Torüch na de Stell in'n Text
  5. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 10 und 12 Torüch na de Stell in'n Text
  6. Offizialatsarchiv Vechta, Matricula Online: „Markhausen, St. Johannes der Täufer“, abgerufen am 24.10.2026 Torüch na de Stell in'n Text
  7. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 299–300, 304, 309–310, 314–315 und 320 Torüch na de Stell in'n Text
  8. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 328 Torüch na de Stell in'n Text
  9. „Dorfbuch Ellerbrock“, S. 34–36 Torüch na de Stell in'n Text
  10. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 330 Torüch na de Stell in'n Text
  11. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 13 (Zeittafel) Torüch na de Stell in'n Text
  12. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 323–324 Torüch na de Stell in'n Text
  13. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 13 und 18 Torüch na de Stell in'n Text
  14. „Dorfbuch Ellerbrock“, S. 35 Torüch na de Stell in'n Text
  15. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 331 Torüch na de Stell in'n Text
  16. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 305 Torüch na de Stell in'n Text
  17. Ortsverein Augustendorf e. V. (Hrsg.): „200 Jahre Ortschaft Augustendorf 1816–2016“, S. 15 (Beitrag Hans Varnhorst) Torüch na de Stell in'n Text
  18. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 40–43 (Beitrag Renate Geuter) Torüch na de Stell in'n Text
  19. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 306 Torüch na de Stell in'n Text
  20. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 13 Torüch na de Stell in'n Text
  21. Wikipedia, Artikel „Markhausen (Friesoythe)“, abgerufen am 23.09.2026 Torüch na de Stell in'n Text
  22. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 13–14 Torüch na de Stell in'n Text
  23. Stadt Friesoythe, „Aus der Geschichte“, abgerufen am 23.09.2026 Torüch na de Stell in'n Text
  24. „Dorfbuch Ellerbrock“, S. 23–25 (Beitrag Harald Finkemeyer) Torüch na de Stell in'n Text
  25. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 15–16 Torüch na de Stell in'n Text
  26. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 18 Torüch na de Stell in'n Text
  27. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 11–12, 19 und 54–68 (Beiträge Josef Trenkamp und Gerd Hömmken) Torüch na de Stell in'n Text
  28. Stadt Friesoythe, Einwohnerzahlen zum 31.12.2025 Torüch na de Stell in'n Text
  29. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 296–297 Torüch na de Stell in'n Text
  30. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 296 Torüch na de Stell in'n Text
  31. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 10 und 12 (Beitrag und Zeittafel Josef Trenkamp) Torüch na de Stell in'n Text
  32. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 305 ff. Torüch na de Stell in'n Text
  33. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 12 (Zeittafel, Josef Trenkamp) Torüch na de Stell in'n Text
  34. „200 Jahre Ortschaft Augustendorf“, S. 10 Torüch na de Stell in'n Text
  35. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 309–310 und 320 Torüch na de Stell in'n Text
  36. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 11–12, 19 und 56 Torüch na de Stell in'n Text
  37. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 299–300 und 314–315 Torüch na de Stell in'n Text
  38. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 304 Torüch na de Stell in'n Text
  39. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 13 (Zeittafel, zusammengestellt von Josef Trenkamp) Torüch na de Stell in'n Text
  40. „Dorfbuch Ellerbrock“, S. 36 (Beitrag Norbert Bögershausen) Torüch na de Stell in'n Text
  41. „Dorfbuch Ellerbrock“, S. 34–36 (Beitrag Norbert Bögershausen) Torüch na de Stell in'n Text
  42. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 320 Torüch na de Stell in'n Text
  43. „Dorfbuch Ellerbrock“, S. 35 (Beitrag Norbert Bögershausen) Torüch na de Stell in'n Text
  44. „Willoh, Bd. 5 [1898]“, S. 300 und 326 Torüch na de Stell in'n Text
  45. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 40 (Beitrag Renate Geuter) Torüch na de Stell in'n Text
  46. „200 Jahre Ortschaft Augustendorf“, S. 24 und 29 Torüch na de Stell in'n Text
  47. Brief von Hermann Greten an Lehrer Pölking, Markhausen, 21.11.1936 Torüch na de Stell in'n Text
  48. Brief von Wilhelm Abeln an Lehrer Pölking, Markhausen, 22.11.1936 Torüch na de Stell in'n Text
  49. Brief von Heinrich Flatken an Lehrer Pölking, Markhausen, 24.11.1936 Torüch na de Stell in'n Text
  50. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 13–14 (Zeittafel, zusammengestellt von Josef Trenkamp) Torüch na de Stell in'n Text
  51. „Dorfbuch Ellerbrock“, S. 76 (Beitrag Heinrich Hachmöller) Torüch na de Stell in'n Text
  52. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 14 (Zeittafel, zusammengestellt von Josef Trenkamp) Torüch na de Stell in'n Text
  53. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 15–16 (Beitrag Josef Trenkamp) Torüch na de Stell in'n Text
  54. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 18 (Beitrag Josef Trenkamp) Torüch na de Stell in'n Text
  55. „Festschrift Heimatverein Markhausen“, S. 19 und 54–68 (Beiträge Josef Trenkamp und Gerd Hömmken) Torüch na de Stell in'n Text

Stadt, Landkreis un Regioon

Markhusen is en Ortschop vun de Stadt Friesoythe in'n Landkreis Cloppenburg, midden in'n Ollnborger Münsterland. Karklich höört dat Kaspel siet 2008 to de Pfarrei St. Marien Friesoythe.