Der Name
Ellerbrock heißt Erlenbruch. Das Tal der Marka war früher mit Bruchwald aus Erlen bedeckt. Der Name galt zuerst für den alten Teil um das Gut und wurde 1911 für die neue Moorsiedlung östlich des Tals übernommen.Born 11


Marka und Moor
Ein Name, zwei Orte: das Gut an der Marka und die Kolonie im Moor.
311 Inwahnerinnen un Inwahners, Stand 31.12.2025
Ellerbrock gibt es zweimal. Der ältere Ort liegt an der Marka und geht auf ein Haus von 1662 zurück. Der jüngere liegt östlich des Markatals und wurde 1911 als Moorkolonie geplant. Er übernahm den Namen des älteren.Born 1
Ein Richter aus Cloppenburg lässt sich an der Marka ein Haus genehmigen. Binnen vierzehn Jahren wird daraus ein adeliges Gut mit eigenem Hafen.
Wegen der Fehden zwischen Friesen und den Bischöfen von Münster (1270–1351) wichen friesische Kaufleute von der Ems auf Leda, Sater-Ems, Soeste und Marka aus. Ob es damals schon eine Anlegestelle bei Ellerbrock gab, ist nicht belegt, sondern vermutet.Born 2
1497 schlossen Ostfriesland und Münster in Aschendorf einen Zoll- und Handelsvertrag, der auch die Schifffahrt auf der Saterems regelte. Vor allem Saterländer fuhren mit ihren Kähnen bis Friesoythe und Ellerbrok hinauf.Born 3
Der Cloppenburger Richter Jodokus Langen bat 1660 den Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen, an der Marka ein Haus bauen zu dürfen. Am 8. Juli 1662 kam die Genehmigung, wohl wegen des Handels mit dem Saterland. Als Abgabe waren jährlich zwei fällig. Damit beginnt der alte Ortsteil an der Marka. Ob das Haus schon um 1660 stand, ist strittig.Born 4Born 5

Am 25. April 1663 wurde Langen ein Stück Heide von 300 mal 186 Fuß „unter dem Ellerberg“ im zugewiesen – der Name meint Bruchwiesen mit Wollgras. Die Markhauser Bauern bestanden darauf, ihre Viehtriften zu behalten.Born 6
Langen geriet in Geldnot und verkaufte am 10. Mai 1675 an den Cloppenburger Drosten Karl Othmar von Grodthaus. Der bekam 1676 die Befreiung von allen Abgaben – damit war Ellerbrock ein adeliges Gut. Anlass war der Konkurs Langens; von Grothaus ließ im folgenden Jahr Land einfriedigen und darauf eine adelige Wohnung errichten.Born 6Born 5
Am 7. September 1685 traten sieben Markhauser vor dem Cloppenburger Richter für sich und ihre Kirchspielgenossen auf. Sie schuldeten dem Gutsherrn von Ellerbrok Geld für vorgestreckten Magazinroggen – aus 18 Talern waren mit Zinsen 20 geworden. Für die Zahlung verpfändeten sie ihr gesamtes Hab und Gut.Born 5
Wolter Wilhelm von Hövel wurde 1702 von Ellerbrok aus in der Markhauser Kirche bestattet. Die Kirche erhielt dafür 8 Reichstaler und einen Ornat für das Muttergottesbild.Born 7
Bei der Visitation 1713 lebten auf dem Gut der 71-jährige von Lüning mit Haushälterin, Knecht und Magd, dazu eine Familie Albers und die Familie Dumstorf mit sieben Kindern und Gesinde. Wieneke Dumstorf war Wirt und Spediteur für die Waren, die hier ankamen; ob er ein Bruder des Markhauser Vogts war oder nur ein Verwandter, ist strittig.Born 8Born 7
Dietrich Heinrich Dumstorf baute sich neben dem Gut ein eigenes Haus und zog den Warenverkehr gegen den Protest des Gutsherrn an seine Anlegestelle, einige hundert Meter flussaufwärts. An manchen Tagen kamen über hundert Wagen; Ziegel, Dachpfannen, Wein und Kolonialwaren gingen von hier bis in die Ämter Cloppenburg und Vechta. Wer das Haus baute, ist strittig: Dietrich Heinrich Dumstorf oder sein Vater Wienecke.Born 9Born 7
Was in den Ämtern Vechta und Cloppenburg an Kolonialwaren, Wein, Ziegelsteinen und Dachpfannen gebraucht wurde, kam meist über Ellerbrok. In alten Kirchenrechnungen taucht der Ort immer wieder auf: Als Mitte des 18. Jahrhunderts die Kirche in Vechta ein neues Gewölbe und Dach bekam, wurden die Dachpfannen von hier geholt.Born 10
Ellerbrock heißt Erlenbruch. Das Tal der Marka war früher mit Bruchwald aus Erlen bedeckt. Der Name galt zuerst für den alten Teil um das Gut und wurde 1911 für die neue Moorsiedlung östlich des Tals übernommen.Born 11

Westlich von Ellerbrock fließt die Marka, östlich die Soeste. Dazwischen verläuft die Landesstraße 831 von Nord nach Süd.Born 12

Aus dem Hausplatz, den Richter Langen 1662 erhielt, wurde 1676 ein adeliges Gut. Es war von Kirchenabgaben befreit, dafür zahlten die Besitzer für Taufe, Hochzeit und Beerdigung doppelte Gebühren. Seit 1790 gehört es der Familie Peters, die in der Markhauser Kirche eigene Kirchstühle hatte.Born 13
Über die Marka zogen Saterländer ihre flachen , bis zu 20 Meter lang und ohne Kiel, per bis nach Ellerbrock – mit zwei bis drei Kilometern pro Stunde. Hier wurden Waren zwischen Boot und Pferdewagen umgeladen: nach Emden gingen Getreide, Schinken und Feldsteine, zurück kamen Holz, Käse, Kalk, Wein und Kolonialwaren. Weil die Getreideausfuhr fast nur über Ellerbrock lief, hieß das hier geltende Leerer Maß bis über Cloppenburg hinaus „“. Willoh hielt 1898 fest, dass der Verkehr über Ellerbrok dem Kirchdorf Markhausen selbst nichts für seinen Aufschwung eingebracht habe.Born 14Born 10
Findlinge aus der Heide um Augustendorf wurden im Hafen Ellerbrock auf Schiffe geladen. Über Friesoythe, die Marka und die Sater-Ems gingen sie nach Emden und wurden dort in die Kaimauern eingebaut. Wann das war, sagt die Quelle nicht.Born 15
Das Packhaus der Peters an der Marka ist aus Scharreler Ziegeln gebaut, das Baujahr steht an der Front. Es hatte einen Kornboden mit Seilaufzug, eine Schinkenräucherei und einen Schinkenkeller – aus der Zeit, als der Handel sich von Getreide auf Schinken verlagerte. 1986 stand es noch; das Dorfbuch wünschte sich damals eine Restaurierung.Born 16

Die Siedler kamen als Pächter, Arbeiter und Knechte aus dem Hümmling, dem Oldenburger Münsterland und dem Raum Bremen. Sie bauten ihre Häuser mit Mensch und Vieh unter einem Dach, teils als Hallenhaus mit dem Tor mitten im Giebel, teils als Gulfhaus wie im Saterland. Ein Markhauser Bauer soll ihnen gesagt haben: „In ein paar Jahren lauft ihr alle vor Hunger wieder fort.“ Fast jeden Winter stand Land unter Wasser, bis 1941 ein Abzugsgraben kam.Born 17

Die Schule der Kolonie öffnete 1922 und schloss Ende der 1960er Jahre. Danach wurde das Gebäude kurz als Fabrik genutzt, seit 1974 ist es die Sporthalle des SV Marka und Treffpunkt des Dorfs – für Sport, Tanz, Feste und monatliche Gottesdienste.Born 18

Beide Gebäude gehören zu den Vorhaben der Sozialen Dorfentwicklung Friesoythe-Süd.Born 19
Auf dem Ferienhof Kleefeld zeigt ein Hofmuseum Gegenstände aus mehreren Generationen bäuerlichen Lebens. Führungen für Schulklassen, Gruppen und Einzelbesucher gibt es nach Anmeldung beim Ferienhof.Born 20
Vereene, de hier to Huus sünd or sik hier mööt.
St. Johannes Schützenbruderschaft MarkhausenBrauchtumBrauchtum, Schießsport und Dorfgemeinschaft – mit sieben Kompanien in allen vier Ortsteilen.
SV Marka EllerbrockSportSport und Nachbarschaft in Ellerbrock – von Fußball über Tanz bis zum Bogenschießen.
Ortsverein EllerbrockGemeinschaftOrtsverein für das Dorfleben in Ellerbrock.All Öörd vun dit Dörp op de Koort.
Defibrillator
Markahuus EllerbrockSportplatzstraße 2a, 26169 Friesoythe · Rechts vom Eingang.In'n Nootfall toeerst 112 anropen, denn dat Gerät halen.Route opmakenDe Utsnitt wiest Ellerbrock. De grote Koort wiest dorto Wegen, Natur un de Öörd vun de Naverschap.
In de grote Koort opmakenWähl dien Straat in Ellerbrock, de Browser markt se sik.
Redaktion markhausen.de ·
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Allens op disse Siet, wat Geschicht oder Tahlen angeiht, steiht hier mit sien Born.
Markhusen is en Ortschop vun de Stadt Friesoythe in'n Landkreis Cloppenburg, midden in'n Ollnborger Münsterland. Karklich höört dat Kaspel siet 2008 to de Pfarrei St. Marien Friesoythe.
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